Weltreisestatistik

Wir sind wieder zu Hause. Waren zu Hause, besser gesagt, ganze vier Wochen lang. Wie schon im November hat Antonia für eineinhalb Wochen ihre Schule besucht, am normalen Unterricht teilgenommen und in mehreren Tests gezeigt, wie gut sie mit ihren Mitschülern mithalten kann. Diesmal haben wir uns nicht bei Freunden einquartiert, sondern bereits in unserem eigenen Haus. Denn die Mieter sind aufgrund eines Jobwechsels vorzeitig ausgezogen. Also haben wir das Haus wieder eingeräumt – was für eine Arbeit! Nun sind wir auf dem Weg ins Pustertal in Südtirol, für den dritten und kürzesten Teil unserer Weltreise, eine Familien-Radtour durch Österreich und Slowenien.

Der ferne und exotische Teil unserer Reise ist also beendet. Die Wochen seit unserer Rückkehr haben wir damit verbracht langsam bei Oma und Opa anzukommen (auch innerlich, gar nicht so einfach), unser Haus zurückzuerobern und unzählige Freunde zu treffen. Ich habe mir zudem die Zeit genommen unsere Reise zahlenmäßig aufzubereiten und die Finanzen zu sortieren. Der Bericht des Weltreise-Finanzministers folgt später, nach der Radtour. Aber schon jetzt haben wir einige nützliche und unnütze Statistiken zu unserer Familienreise zusammengestellt.

Fangen wir an mit der klassischen Reisestatistik, die einfach sein muss. Insgesamt haben wir in den letzten zehn Monaten zwölf Länder bereist, nämlich:

  • Frankreich
  • Andorra
  • Spanien
  • Portugal
  • Gibraltar
  • Marokko
  • Schweiz
  • Malaysia
  • Neuseeland
  • Australien
  • Vanuatu
  • und ganz am Schluss noch Vietnam.

Dabei waren wir natürlich viel unterwegs. Neben unserem Campingbus Nugget (in Europa) und unserem Traumpaar Otto + Ulla (Allradfahrzeug + Wohnwagen für Neuseeland) hatten wir in Australien noch die „Karre“, einen abgewetzten kleinen Miet-Campingbus, der nie unser Herz erobern durfte (immerhin, die Karre funktionierte ganz gut und war billig). In den restlichen Ländern waren wir ganz konventionell mit Taxi, Mietwagen und Bus unterwegs und haben auch dort einige Kilometer zusammengesammelt. Unsere 26.650 Reisekilometer verteilen sich auf:

  • Nugget: 10.500 km
  • Otto + Ulla: 12.000 km
  • Karre: 1.400 km
  • Mietwagen: 2.250 km
  • Bus: 1.400 km
  • Taxi: 500 km

Zunächst mag es überraschend sein, dass wir mit Otto und Ulla kaum mehr Kilometer gefahren sind als mit Nuggi, obwohl wir doppelt so lang in Neuseeland waren. Doch man sieht daran deutlich: Unsere Sabbatical-Reisegeschwindigkeit hat sich mit der Zeit ordentlich reduziert.


Neben den Fahrkilometern haben wir natürlich noch viel mehr Flugkilometer zusammengetragen, immerhin ging es ans andere Ende der Welt und zurück, Abstecher inklusive:

  • Flüge insgesamt: 14 Stück
  • Flugkilometer: 49.000 km
  • Flugstunden: 68,5 Stunden
  • Gesamte Flugkosten: 8.350€ (für 4 Personen)
  • CO2-Footprint: Groß… fragen wir an dieser Stelle lieber nicht danach…

Nun aber genug der Kilometer, viel schöner als das Fahren ist ja das Ankommen und Erleben, das durften wir auf unserer Reise unzählige Male bestätigen. Meist haben wir in Nugget oder Ulla übernachtet, manchmal aber auch im Zelt, Baumhaus oder im Paradies auf einem Segelboot. Unsere insgesamt 278 Sabbatical-Nächte verteilen sich auf:

  • Nugget: 72
  • Otto/Ulla: 138
  • Karre: 11
  • Hotel: 38
  • Zelt: 5
  • Segelboot: 6
  • Berghütte: 4
  • Baumhaus: 2
  • Flugzeug: 2

Wo es am schönsten ist, da bleiben wir einfach länger. Am längsten waren wir in:

  • Bay of Islands, Neuseeland: 29 Tage (Wwoofing bei Don, ein echtes Zuhause)
  • Te Anau, Neuseeland: 10 Tage (Wwoofing bei Hans & Lynn, eine echte Farm)
  • Oyambre Beach, Spanien: 9 Tage (Weltreisestart mit Freunden)
  • Lake Taupo, Neuseeland: 8 Tage (wunderschöner Stellplatz an unserem Lieblingssee)
  • Port Vila, Vanuatu: 8 Tage (oh… war es in der Südsee toll!)
  • Waihi Beach, Neuseeland: 6 Tage (der Strand ist einfach ein Traum)
  • Greymouth, Neuseeland: 5 Tage (wir suchten Schutz vor Sturm Gita)
  • Benagil, Portugal: 4 Tage (Top-Aussicht auf den Klippen)
  • Takaka, Neuseeland: 4 Tage (auf Martins Couch am Lagerfeuer)
  • Oreti Beach, Neuseeland: 4 Tage (Otto und Ulla zusammen am Sandstrand)
  • Hoi An, Vietnam: 4 Tage (wunderhübsches buntes Hotel am An Bang Beach)

Apropos Strand: Unsere Reiseroute führte fast immer an irgendeiner Küste entlang, und abgesehen von Gibraltar (Schweiz und Andorra scheiden technisch aus) waren wir immer irgendwo an Traumstränden unterwegs. Ganz am Anfang unserer Reise hatten wir zwei Bodyboards gekauft, und damit (ohne es damals zu wissen) einen wahren Glücksgriff gelandet. Teksi und Tarifa-Jet (so heißen die beiden) durften mit uns insgesamt 92 Traumstrände besuchen, und zwar in:

  • Frankreich: 1
  • Spanien: 15
  • Portugal: 15
  • Marokko: 2
  • Malaysia: 2
  • Neuseeland: 38
  • Vanuatu: 7
  • Australien: 4
  • Vietnam: 4

Ein Jahr Sommer zeigt sich auch in unserer Badestatistik. Wer die Zahlen liest, kann sich ausmalen, warum die Duschen in Nugget und Ulla unbenutzt blieben. Die Roserschen Wasserratten nutzten jede Gelegenheit, um irgendwo in Meer, See, Fluss oder Quelle zu baden. Insgesamt haben wir 115 Badestellen besucht und zwar in/an:

  • Stränden: 52
  • Seen: 11
  • Flüssen: 22
  • Pools: 19
  • heißen Quellen: 8
  • heißen Flüssen: 3

Wenn wir mal nicht baden waren, sind wir meist auf eigene Faust durch die Natur getourt. Nur selten – da in der Regel teuer – haben wir irgendwelche Aktivitäten gebucht. Die teuersten (und allesamt wunderschönen) Einzelaktivitäten auf unserer Reise waren (Kosten für vier Personen):

  • Motorboot einen Tag gemietet, Portugal: 300€
  • Mount Yasur, Vulkanbesteigung, Vanuatu: 250€
  • Dolphin Watching an Heiligabend, Neuseeland: 171€
  • Pferdetour durch die Südseelagune, Vanuatu: 160€
  • Mehrtagestour im Abel Tasman Nationalpark, Neuseeland: 147€
  • Kameltour mit Übernachtung in den Saharadünen, Marokko: 120€
  • Kajak-Ganztagesmiete in den Pyrenäen, Spanien: 120€

Das alles wurde natürlich angemessen dokumentiert. Viele Bilder und Videos werden uns auch Jahre nach der Reise noch erfreuen und die alten Erinnerungen warm und lebendig werden lassen. Insgesamt sind es knapp 10.000 Fotos geworden (also 40 pro Tag… geht eigentlich), festgehalten von:

  • Anke: 4.200
  • Jochen: 3.500
  • Antonia: 900
  • Valentin: 500
  • davon im Blog veröffentlicht: 1.050

Schönste Orte, schönste Strände, schönste Aktivitäten… dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Alle relevanten Zahlen und Reiseziele sind genannt, alle wichtigen Statistiken aufgearbeitet. Bleiben nur noch die völlig unwichtigen Erhebungen – aber die sind eigentlich ja viel lustiger…

Wer erinnert sich nicht daran, wie Mama immer gesagt hat: „Pass auf, sei vorsichtig!“… Und?… Hat es was gebracht? Natürlich haben auch wir immer aufgepasst, waren vorsichtig und haben unser Handgepäck vor jedem Flug gecheckt. Aber irgendwie prüfen die Flughafenbeamten wohl gründlicher. Hier also die nebensächliche Statistik der am Flughafen abgegebenen

  • Bastelscheren: 3
  • Nagelscheren: 4
  • Nagelfeilen: 1
  • Zahnpastatuben: 2

Oder wie wär’s mit: „Fahr vorsichtig!“…. Ja klar, mach ich doch immer! Deswegen auch die (zum Glück kurze) Statistik der gesammelten Verkehrsstrafen:

  • Geblitzt worden in Frankreich: 0€ (es kam nie ein Brief, juhuu!!)
  • Zu schnell gefahren (+27km/h) in Nordspanien: 50€
  • Falschparken in Lagos, Portugal: 15€, nie bezahlt… ätsch!
  • Durchgezogene Linie überfahren in Casablanca, Marrokko: 0€ da gaaanz viel Reue und Einsicht gezeigt – ich war ganz klein mit Hut…
  • Nochmal durchgezogene Linie überfahren bei Marrakesch, Marroko: Reue hat hier nicht mehr ausgereicht, weil ich den Polizist fast mit überfahren hätte. Eigentlich 40€, aber uns wurde angeboten das Ganze „unbürokratisch“, d.h. ohne offizielle Rechnung zu regeln – 20€.

Und obwohl wir auch bei den Schuhen ganz feste aufgepasst haben, sind doch welche stehen geblieben, als der Wohnwagen darüber los fuhr. Und die Füße der Kinder sind in Neuseeland schneller gewachsen, definitiv! Insgesamt haben wir auf der Reise zwölf Paar Schuhe neu gekauft, und zwar weil:

  • rausgewachsen: 3
  • durchgelatscht: 4
  • verschenkt: 2
  • verschlampt: 3

Und zuletzt noch ein paar Kurzstatistiken über Dinge, die einem auf Weltreise so passieren…

  • Mit dem Auto befahrene Höhlen: 1

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  • Ausgefüllte Arrival/Departure Cards: 80

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  • Nachts vom Stellplatz vertrieben worden: 3x
  • Strafe dafür gezahlt: 0x

  • Getroffene Familien mit Kindern im Kleinkindalter (klassische Elterngeldmonate): >50
  • Getroffene Familien mit Kindern kurz vor der Schulpflicht: 4
  • Getroffene Familien mit Kindern im Schulalter: 0

  • An Ostern gekaufte Schokoeier: 34
  • Nach dem Suchen gleich wieder zurückgebrachte Eier, da viel zu viel Schokolade gekauft: 15
  • Stärkster erlebter Sturm: Windstärke 11, Sturm Gita in Greymouth
  • Ulla weggeflogen: nein

  • Mit Otto am Strand gefahrene Kilometer: 250 km
  • Mit Otto und Ulla am Strand gefahrene Kilometer: 2 km
  • Abstand zwischen am Strand aufgebauter Ulla und überraschend großer Welle bei High Tide: 0,3 m
  • Abstand zwischen daneben geparktem Otto und überraschend großer Welle bei High Tide: – 4 m
  • Alter, das Valentin (damals 5) „offiziell“ hatte, damit wir gemeinsam den Caminito del Rey in Andalusien gehen durften: 8 Jahre

  • Steilste Straße auf unserer Reise (und steilste Strasse der Welt): Baldwin Street, Dunedin, Neuseeland, 35% bzw. 19,3 Grad
  • Am weitesten von zu Hause weg: 18.637 km in Governors Bay, Christchurch, Neuseeland

  • Während der Reise gekaufte Legopackungen: 11
  • Heimgeflogenes Lego: 4 kg

Und zum Abschluss noch eine Statistik fürs Herz… Geheult, weil’s so ergreifend war:

  • Beim Rückflug von Vanuatu.
  • Als Ulla mit ihrer neuen Familie vom Hof gefahren ist.
  • Beim Abflug aus Neuseeland.
  • Bei der Ankunft in Deutschland.

 

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