Letzte Stationen auf der Südinsel

Unsere Zeit auf der Südinsel Neuseelands ist definitiv zu Ende – wir sitzen gerade in der Fähre Richtung Wellington… Aber es gibt noch viel zu berichten von den letzten Tagen und Wochen, vor allem von der spannenden Westküste.

27. Januar: Wanaka ist viel cooler als Queenstown! Der Campground liegt genial an einem dicken türkisblauen Fluss, und was wir unternehmen ist auch genial: Wanaka Maze, eine Kombination aus riesigem Bretter-Labyrinth und Illusionsräumen. Zwischen den zwei Meter hohen Bretterwänden umherirrend versuchen wir zunächst – und irgendwann natürlich erfolgreich – die vier Ecktürme zu finden. Auf der Toilette haben wir Dank Illusionsmalereien anschließend nochmal mindestens genauso viel Spaß. Faszinierend sind die vielen optischen Täuschungen, Hologramme und sonstigen Sinn-Trügereien, die in den Illusion Rooms zusammengetragen wurden. Für die vielen Knobelspiele, die in der Cafeteria zur freien Verfügung stehen, haben wir leider keine Zeit mehr. Aber Wiedersehen macht Freude… Der Grund, weshalb wir aufbrechen müssen heißt Cinema Paradiso. Das in einer ehemaligen Kirche untergebrachte Kino mit wirrem Programm-Mix aus Aktuellem und Altem hat Kult-Charakter (Jochen war seinerzeit vor 17 Jahren auch schon dort). An vielen Stellen stehen Sofas anstelle von Kinosesseln, vorne kann man sogar in ein altes Auto einsteigen – vier Plätze, perfekt für uns! Wir gucken den wirklich spannend gemachten Kinderfilm „Paddington 2“, futtern Popcorn und Kekse, trinken Limo und finden’s super. Danach hüpfen wir direkt an der Strandpromenade in den Lake Wanaka, denn es ist – wie schon die ganze Zeit auf der Farm – extrem heiß und hochsommerlich.

28. Januar: Der blaue Fluss am Campingplatz ruft. Wir laufen ein Stück flussaufwärts, quatschen eine Runde mit zwei Passauern, die ihr Allrad-Wohnmobil nach Neuseeland verschifft haben und lassen uns dann gemütlich den breiten Strom hinunter treiben. Anschließend besuchen wir nochmals die Cafeteria des Wanaka Maze und knobeln uns stundenlang durch alle möglichen Denk-, Lege- und Steckspiele. Die Zwillingswasserfälle, zu denen wir danach wandern wollen, sind leider festungsartig abgesperrt, wohl da sie inzwischen kommerziell von einem Klettersteiganbieter genutzt werden. Also baden wir nochmal im See und fahren dann ein Stück weit in ein Tal, das wir am nächsten Tag erwandern wollen. Auf dem Nachtparkplatz treffen wir zwei Abiturientinnen, von denen eine noch nie eine Sternschnuppe gesehen hat… Diese Nacht wird’s leider auch nichts – der Mond scheint zu hell.

29. Januar: Ohne Ulla rumpeln wir auf einem Kiesweg 30 Kilometer ins Tal hinein. Die Wanderung zum Rob-Roy-Gletscher ist als schattig beschrieben – alles andere wäre auch unzumutbar bei der Hitze. Nach einer Hängebrücke geht’s tatsächlich in wunderschönen Bergwald, immer oberhalb des wilden Gletscherflusses am Hang entlang. Am Ziel werden wir zunächst mit dem Anblick eines fast 200 Meter hohen Wasserfalls und ein paar Schritte weiter mit vollem Gletscherpanorama belohnt. Der Dauer-Sonnenschein lässt Eis und Schnee in großen Mengen schmelzen, so dass überall Sturzbäche zu Tal prasseln. Nach der Tour brauchen wir natürlich wieder ein Bad im Wanaka-See, unseren Schlafplatz beziehen wir am mindestens genauso blauen Nachbarsee.

30. Januar: Heute ist es deutlich windiger, deshalb widmen wir uns zunächst einer Indoor-Aufgabe: Jochen hat uns im Wanaka Maze heimlich ein Neuseeland-Puzzle mit 500 Teilen gekauft, das wir nun zusammen lösen. Nach einem anschließenden kurzen Bad reißen wir uns bald vom See los und fahren zunächst nach Makarora. Dort erfahren wir in der Touri-Info, dass unsere Idee einer Zweitageswanderung mit Übernachtung in der Welcome Flat Hut keine gute ist, da Sturm droht. Also rollen wir weiter. Zunächst zu den Blue Pools, wie wirklich abartig türkisblau und erstaunlich kalt sind. Super erfrischend. Im umgebenden Wald kann man herrlich Verstecken spielen. Und dann überqueren wir den Haast-Pass, was bedeutet: Adieu Hochsommer, hallo feuchte Westküste. Der Weg hinab ist von Wasserfällen gesäumt, unser Schlafplatz von Sandflies und Moskitos übersät. Meine Güte, was für ein Horror! Wir sprühen uns alle dick mit Anti-Mücken-Spray ein und verlassen die Ulla nicht mehr. Gestochen werden wir trotzdem.

31. Januar: Zum Frühstücken fahren wir ein paar Kilometer weiter – und da ist es gleich besser. Dort treffen wir auf zwei Tiroler, die uns heute noch zig Mal über den Weg laufen werden, denn sie haben das gleiche Programm: die Gletscher. Sowohl der Fox- als auch der Franz-Josef-Gletscher haben sich in den letzten Jahren stark zurückgezogen – von Eismassen, die bis an die Urwaldpalmen reichen, kann nicht mehr die Rede sein (anders als noch vor 17 Jahren bei Jochens letztem Besuch). Wir wandern trotzdem zu beiden Gletschern, die wie Eiswände am Talschluss im Fels hängen. Beim Franz-Josef holt uns das angekündigte schlechte Wetter ein, wir springen ins Auto und schießen uns – einem Impuls folgend – 180 Kilometer die Westküste hinauf bis Greymouth. Und jetzt kommt er, der Sturm.

1. Februar: Es windet, heult, tost und bläst wie verrückt, deshalb fahren wir die gute Ulla in den Windschatten des gegenüber auf der anderen Flussseite gelegenen Warenhauses. Otto bekommt keine geschützte Pause, er muss ausrücken. Eigentlich möchten wir mittags zur Flutzeit zu den Punakaiki Pancake Rocks fahren, um das Blowhole in voller Aktion zu erleben. Doch wir kommen nicht weit. Aufgrund von Sturmschäden ist die Straße bereits nach wenigen Kilometern gesperrt. Also zurück nach Greymouth. Wir machen ein wenig Katastrophentourismus, passieren diverse umgeknickte Bäume und abgedeckte Dächer. Vorne am Meer beobachten wir in sicherem Abstand die Neun-Meter-Wellen, höchst eindrucksvoll. Die Kombination aus heftigem Sturmwind, hohen Wellen und Springflut (in der Nacht war Vollmond, man hätte ohne Wolken sogar einen so genannten Blutmond sehen können) macht das Unwetter so gewaltig. Am Fox-Gletscher sind hunderte Besucher gefangen, da die Stichstraße weggespült wurde (etwa 70 müssen ausgeflogen werden), und auch die Hauptstraße an der Küste ist gesperrt (was drei Tage lang so bleiben wird). Wo unsere Tiroler wohl stecken? Als am späteren Nachmittag das Schlimmste vorbei ist, darf Ulla zurück auf ihren alten Stellplatz. Wir nutzen den verbleibenden Tag zum Backen, Ergebnis: Pizza (die im Ulla-Backofen leider nicht wirklich knusprig wird) und ein sensationeller Karottenkuchen.

2. Februar: Der Tag danach ist immer noch böig und phasenweise regnerisch. Wir lassen uns unseren Kuchen schmecken und gehen dann für Antonia Schuhe kaufen. Das Kind hat mit gerade mal acht Jahren Schuhgröße 36! Beim Bezahlen fragt uns die Verkäuferin, ob wir uns „das Spiel“ anschauen. Welches Spiel? Es stellt dich heraus, dass heute in Greymouth ein Rugby-Freundschaftsspiel zwischen den Canterbury Crusaders und den Wellington Hurricanes stattfindet. Als wir das „Stadion“ bzw. den Rasenplatz mit Geländer gefunden haben, ist gerade Halbzeitpause. Die freundliche Dame am Einlass fragt nach unseren Karten (die immerhin 20$ pro Erwachsenem gekostet hätten) und drückt uns, als wir die Köpfe schütteln, unerwartet zwei herumliegende, nagelneue Tickets in die Hand, wow! Das Spiel ist lustig, brutal, zwischendrin mal richtig spannend – und am Ende habe ich sogar ein paar Regeln kapiert. Jochen ist derweil nicht nur von den prügelnden Menschenknäueln, sondern fast noch mehr von einer automatisierten Bierzapfanlage fasziniert…

3. Februar: Das Wetter ist deutlich besser, deshalb geht’s heute hoch bis zum Arthur’s Pass. Das hatten wir uns schon vor Wochen vorgenommen, als wir von der Ostseite kommend bis zum Cave Stream und damit fast bis auf die Passhöhe gefahren waren. Hochalpin ist das Erlebnis nicht gerade, aber wir machen eine prima Wasserfallwanderung, bei der wir mal wieder stundenlang Bachumleiten spielen. Und dann noch eine süße kurze Urwaldwanderung, bei der uns ein kleiner Robin-Vogel ganz nahe kommt und sich lange beobachten lässt. Dass wir bei der Rückfahrt im Lake Brunner nahe einer alten Kohlemine baden, bedarf eigentlich keiner Erwähnung.

4. Februar: Heute ist Kindertag. Wir fahren nach Hokitika und gehen dort als erstes ins „National Kiwi Centre“. Dort gibt es zunächst Mini-Dinos und Olme sowie Forellen, Riesenaale und andere Wassertiere zu sehen. An einem Indoor-Teich dürfen wir mit echten Angelhaken und Fleischködern Crayfish (Süßwasser-Langusten) angeln. Wir erwischen mit viel Geduld immerhin zwei davon, die natürlich wieder zurück ins Wasser dürfen. Dann gegen wir zu den Kiwis – und da ist es erstmal dunkel. Noctarium nennt man sowas. Klar, die Tiere sind nachtaktiv. Unsere Augen müssen sich erstmal an die Dunkelheit gewöhnen, doch dann sehen wir zwei Exemplare. Der eine Kiwi kommt ganz nah an die Scheibe und pickt und puhlt mit seinem enorm langen, dünnen Schnabel ewig lang vor unserer Nase nach Insekten. Im Anschluss an das beeindruckende Schauspiel geht’s ins Hallenbad. Nur ein Becken, aber das gefüllt mit riesigen aufblasbaren Badespaß-Utensilien. Danach noch Fish’n’Chips und alles ist gut. Dass die Glühwürmchen-Höhlen, die wir am Schluss noch sehen wollen, nur Glühwürmchen-Nischen und deshalb bei Tageslicht uninteressant sind, fällt da nicht mehr ins Gewicht.

5. Februar: Nun fahren wir endlich zu den Pfannkuchenfelsen. Natürlich zur High Tide, wir wollen ja das Blowhole pusten und spritzen sehen. Doch es blowt nicht. Offensichtlich reicht die Wellenhöhe nicht aus. Schade, aber die Pancake-Formationen sind auch so ziemlich cool. Im Souvenirshop kauft Antonia jede Menge Postkarten für ihre Klasse, während ich ein kleinteiliges Malbuch mit neuseeländischen Vogelarten erstehe. Ausmalen für Große ist ja in und angeblich auch noch gut fürs Hirn und die Nerven. Zum Thema Malen passt dann noch wunderbar Valentins tolle Abend-Aktion: Völlig selbstständig nimmt er all seine Bilder der letzten Zeit aus dem Ordner und drapiert sie hingebungsvoll im Wohnwagen. Die Ausstellung ist eröffnet, wir dürfen sogar kostenlos Bilder einkaufen!

6. Februar: Jeder packt seinen Rucksack, und dann geht’s auf Wanderschaft: Wir machen den Croesus Track, eine wenig begangene Zweitageswanderung durch den grünen Westküsten-Urwald nördlich von Greymouth. Als wir am völlig abgelegenen Wanderparkplatz aussteigen, will ich uns alle – ganz Optimistin – gleich mit Sonnenspray einsprühen, weil wir ein Wolkenloch erwischt haben. Wenig später ziehen wir die Regenjacken an und erstmal nicht mehr aus. Es geht durch wilden, feuchten Urwald, angeblich einen früheren Goldgräber-Pfad entlang. An einer Stelle steht noch eine alte Behausung. Als wir schließlich die Baumgrenze überschreiten, ist die Hütte nicht mehr weit. Nun ja, eher die Bergvilla. Die Ces Clark Hut hat riesige Panoramafenster und ist auch sonst fast schöner als die Bergpolizei erlaubt. Ein wenig herausfordernd gestaltet es sich, den gusseisernen Ofen anzuschüren, für den lediglich Steinkohle bereit liegt (klappt aber mit viel pyromanischer Beharrlichkeit und feuchten Stecken). Wir spielen Kniffel, telefonieren mit der Oma und finden es toll, die Hütte ganz für uns zu haben.

7. Februar: Unser erstes Ziel nach dem Frühstück heißt Croesus Knob, doch die Kinder habe keine Lust auf den letzten Gipfelanstieg. Sie möchten lieber an der Gabelung warten, an der der eigentliche Wanderweg weiter geht. Wir sind keine fünf Minuten weg, als ein Hubschrauber sehr tief und nah an uns vorbei und kurz darauf wieder zurück fliegt. Und da höre ich Schreie, schrill und panisch. Die Kinder rennen uns hinterher, ich stürze ihnen entgegen. Was war los? Sie dachten es habe sich um einen Rettungshubschrauber gehandelt, der sie mitnehmen wolle – ohne dass sie sich verständigen könnten, da ihr Englisch nicht ausreiche. Meine Erklärung, das sei nur ein Lieferflug für die in der Nähe erkennbare Baustelle gewesen bestätigt sich wenige Minuten später, als ein weiterer Hubschrauber fast neben uns Treibstoffkanister, eine Kettensäge und einiges mehr ablädt. Später lesen wir, das ein Teil des Weges in einen neuen Great Walk integriert werden soll, deshalb der Umbau (in erster Linie Verbreiterung). Inzwischen ist auch Jochen zurück vom Gipfel, hat die Aussicht genossen – und verabschiedet sich. Er läuft nun den gestrigen Weg zurück, um uns mit dem Auto abholen zu können, während wir den zweiten Teil des Croesus Track zu Ende machen. Nach einiger Zeit bekommen auch wir auf über 1100 Metern Höhe unseren Aussichtspunkt: ein wunderbares Picknickplätzchen mitten im Gras mit Blick aufs Meer. Kurz danach passieren wir die Baumgrenze und tauchen wieder in den Urwald ein. Heute ist die Wegfindung allerdings anspruchsvoller. Kein breiter Wanderweg mehr, sondern ein minimales Pfädchen, das oft vor lauter Botanik kaum zu sehen ist. Wie gut, dass an die Bäume in sehr regelmäßigen Abständen leuchtend orangene Pfeile genagelt sind. Über große Wurzeltreppen geht es steil bergab – vor allem für die Kinder anstrengend, aber zunächst auch sehr spaßig. Doch dann kommen die Sturmschäden. An der schmalsten Stelle des Bergrückens hast der Wind voll zugeschlagen: Uralte Baumriesen liegen wild übereinander, vom Weg ist weit und breit nichts zu sehen. Ich steige voraus, versuche erst auf der einen, dann auf der anderen Seite das Chaos aus Stämmen, Wurzeln und Baumkronen zu überwinden, finde schließlich einen abenteuerlichen Weg, erhasche einen Blick auf die nächste Markierung und hole die Kinder nach – äußerlich ganz ruhig. Es dauert, bis wir alle aus den Löchern zwischen Farnen und Wurzeln wieder herausgeklettert sind. Doch wir schaffen es und sehen auch die übernächste Markierung. Doch nach ein paar Schritten versiegt unsere Euphorie: Links ist ein Stück des Hangs einfach abgebrochen und in die Tiefe gerutscht. War das unser Weg? Hier ist kein Handyempfang – sollen wir zur Not alles wieder zurück laufen? Doch auch das denke ich selbstverständlich nur, während ich auf der rechten, ebenfalls steil abfallenden Seite ein Durchkommen suche. Und irgendwann auch finde. Wir kämpfen und hindurch, nehmen den nächsten Gegenanstieg, blicken zurück und haben alle drei ein sehr breites Grinsen im Gesicht. Alle weiteren umgefallenen Bäume sind nur noch Peanuts.

8. Februar: Wir sind am Vortag noch bis Hector nördlich von Westport gefahren, an spektakulärer Küste entlang. Heute folgen wir der Straße weiter ins Niemansland. Bis Karamea und dann ab in den Busch. Dort steht der riesige Oparara Arch, ein mehr als 40 Meter hoher Kalksteintunnel, durchzogen von einem rostbraunen und dennoch klaren Bach, an dem man wunderbar spielen kann (bzw. könnte, wenn nicht ständig Streit ausbräche). Ähnlich schön, nur kleiner ist auch der nahe gelegene Moria Gate Arch, den ich alleine erkunde. Denn wir zicken uns alle schon den ganzen Tag an. Scheinen in eine „Mid-Reise-Crisis“ geraten zu sein. Jochen ist alles zu laut (und oft auch zu langsam), er möchte am liebsten für sich sein. Antonia hat völlig gegen ihre Gewohnheiten übelste Schlechtlaune-Anfälle und verkriecht sich ansonsten in den Kindle oder schreibt ihrer Oma – wenn da kein Heimweh im Spiel ist? Valentin versucht eigentlich schon seit vielen Tagen möglichst gut gelaunt zu sein, ist gerade erstaunlicherweise auch am leichtesten zu haben, fällt aber sofort in die üblichen beleidigten Verhaltensweisen, wenn von anderer Seite ein rauer Ton angeschlagen wird. Und ich? Schwanke zwischen Verständnis, Vermitteln, Schlichten, eigener Sehnsucht nach den Lieben zu Hause, Genervtheit vom ewigen Campingleben und dem festen Wissen, dass die momentane Freiheit einzigartig, wertvoll und schön ist, genauso wie der neuseeländische Sommer. Memo: Nach knapp drei Monaten zieht es die Rosers jedes Mal nach Hause. Einmal konnten wir dem Drang nachgeben. Nun müssen wir uns zusammen raufen… Als wir wenig später am Strand sitzen, in die Wellen schauen und uns von einem wettergegerbten Hobbyfischer den Sinn des Lebens erklären lassen, ist das Gefühlschaos schon wieder etwas abgeebbt, für heute zumindest.

9. Februar: Nun geht es allmählich Richtung Fähre. Zunächst entlang des Buller River. Meist fließt er weit unterhalb der Straße in einem breiten Flussbett, gesäumt von Blumen und Bäumen (ein Baum sieht aus wie ein T-Rex, Valentin ist begeistert). Hin und wieder verengt er sich zur Schlucht. Zufällig pausieren wir an einer besonders schönen Stelle, an der auch noch ein kleiner Wasserfall in den großen Fluss stürzt. Zum Baden und Wasserspielen suchen wir uns einen weniger breiten Nebenfluss. Und zum Übernachten eine einsame Stelle mit Kieshäufen als Spielplatz.

10. Februar: Heute schließt sich der Kreis, als wir an eine Kreuzung kommen, an der wir schon einmal Richtung Ostküste abgebogen sind. Wir statten dem Lake Rotoiti einen erneuten Kurzbesuch ab und wechseln anschließend an den nächsten Fluss, den Wairau River. Er ist schmaler, das Land wird allmählich trockener, lieblicher und ist durchzogen von vielen Weinfeldern. In Blenheim kaufen wir ein und fahren dann weiter bis dorthin, wo der Fluss ins Meer mündet. Hier befindet sich ein großer, weitläufiger Stellplatz. Die Kinder bauen sich ein Lager unter riesigen Kiefern, wir spazieren zusammen ans Meer… und ich jogge endlich mal wieder. Wie gut das tut. Aus einem Baum sehe ich die weißen Brustbommeln eines Tui hervorleuchten und lausche ihm eine Weile. Wegen der langen Jogg-Aktion wird’s dann mit dem Abendessen wieder viel zu spät. Immer das Gleiche…

11. Februar: Es regnet ohne Pause, den ganzen Tag. Deshalb verlassen wir den Wohnwagen kaum. Wir beschäftigen uns mit Deutschunterricht (die Adjektive), Malen, Legobauen, Lesen, Schreiben. Die Kinder helfen wie wild beim Zubereiten des Essens. Und am Nachmittag bauen sie für ihre Kuscheltiere erst eine Schaukel, dann einen ganzen Jahrmarkt auf. Auch Regentage können schön sein. Und vor allem war dieser frei von Streit!

12. Februar: Heute geht die Fähre von Picton nach Wellington. Wir stehen um kurz nach acht Uhr auf, checken pünktlich ein und verlassen gegen 11:15 Uhr die Südinsel. Alles Weitere gehört in den nächsten Blogeintrag…

Am Ende möchten wir als kurzes Fazit nochmal unsere absoluten Höhepunkte auf der Südinsel hervorheben – für alle, die’s nachmachen wollen! 😉

  • Abel Tasman Coast Track mit Zelt-Übernachtungen
  • Golden Bay bis ganz in den Norden, mit Lagerfeuer-Stellplatz auf der Kiesbank hinter Takaka
  • Schwimmen bzw. Bootfahren mit Delfinen in Kaikoura
  • Thermalbad mit heißen Quellen in Hanmer Springs
  • Botanischer Garten und Canterbury Museum in Christchurch
  • Cave Stream und Castle Hill kurz vor dem Arthur’s Pass
  • Hooker Valley, Gletscher und Gletscherseen mit Eisschollen am Aoraki
  • Steinformationen und Robben aus nächster Nähe südlich der Moeraki Boulders kurz vorm Shag Point
  • Sandfly Bay mit Pinguin und tollen Dünen auf der Otago Peninsula
  • Lost Gypsy und McLean Falls in den Catlins
  • Oreti Beach bei Invercargill mit Auto und Wohnwagen
  • Woofing, Schwimmen und Wandern (Shallow Bay Hut) am/im Lake Manapouri
  • Nebelwölkchen und Delfine im Milford Sound, Keas am Homer Tunnel
  • Labyrinthwelt und Cinema Paradiso in Wanaka
  • Baden in den blauen Seen rund um Wanaka (und an vielen anderen Stellen)
  • Bergwald-Wanderung zum Rob Roy Glacier
  • Sturmerfahrungen in Greymouth
  • Kiwis live in Hokitika
  • benteuerlicher Croesus Track mit Panoramahütte

… Und so viel anderes war auch so schön. Ganz besonders angenehm ist insgesamt die extrem unkomplizierte und günstige Art zu reisen mit jeder Menge Platz für Freedom Camping und jeder Menge netten Menschen.

 

 

 

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