Wie plant man ein Familien-Sabbatical? (Teil 2)

Die Phase 4 (Startschuss und Detailplanung) benötigt wie angekündigt noch etwas mehr Erklärung. Anke hat es ja bereits in einem früheren Eintrag angedeutet, vor der Abreise haben wir ordentlich viel Zeit in Recherche und Planung investiert, und unser W-LAN war das wichtigste Werkzeug für die Erstellung Dutzender Listen, Links und To-Do-Punkte.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Geplant haben wir eigentlich nicht die Reise, sondern hauptsächlich unsere Abwesenheit von Zuhause und die ganzen logistischen Randbedingungen (Visa, Klima, Transport, Kosten usw…). Für die Reise selbst haben wir nur die grobe Reiseroute abgeschätzt, der Rest ergibt sich dann schon von selbst…

Und trotzdem, dieser Teil der Planung macht natürlich am meisten Spaß und fühlt sich am meisten nach Auszeit an. In unseren Tagträumen (siehe Phase 1) fahren wir also erstmal mit unserem Nugget nach Spanien, Portugal, Marokko, solange Europa noch warm ist. Dann verschiffen wir ihn in die USA und machen dort eine Rundtour, von dort dann weiter nach Neuseeland. Auch mit dem Nugget oder vielleicht doch unten ein eigenes Auto kaufen, weil das Verschiffen zu lange dauert und zu teuer wird? Oder gar nicht USA und gleich Neuseeland, dafür mehr Australien? Auf jeden Fall beim Hinflug den obligatorischen Zwischenstopp in Südostasien für einen Kurzurlaub nutzen… Evtl. noch kurz die Mongolei reinschieben oder doch China? Und am Schluss nochmal mit dem Nugget nach Nordeuropa… Oder doch die kostbare Zeit in der Ferne nutzen? Schließlich haben wir ja nur ein Jahr Zeit und auch kein Millionenbudget! … Tja, das sind echte Luxusprobleme… Aber immerhin, nach der vielen schönen Planung wissen wir jetzt schon gaaaanz genau, wo wir ungefähr hinwollen – was wir dann wirklich machen, kann ich erst danach berichten.

Aber – und jetzt geht der eigentliche Teil der Planung los – wir können für jedes potentielle Land sagen, wie die Randbedingungen, Flugkosten, Klimadaten und Einreisebestimmungen sind. Der deutsche Pass ist hier übrigens Weltklasse. „Visa on arrival“ für drei Monate geht fast überall. Neuseeland verlängern wir eventuell mit einem Visarun (NZ AUS NZ) um weitere drei Monate. Mongolei (ein Monat) und Vietnam (zwei Wochen) reichen uns aus. China benötigt ein Visa, aber ein Drei-Tage-Transitvisa geht auch hier „on arrival“. Das reicht für z.B. kurz mal Peking. Und auch wenn wir Nuggi wohl nicht verschiffen, hier der Vollständigkeit halber: USA one way 2500€, zwei Wochen; NZ 4000€, sechs Wochen.

Jetzt wissen wir schon mal, wo wir hinwollen (so ungefähr halt) und was wir dort wissen müssen. Am liebsten würde man dann ja gleich losfahren, nur sind da noch ein paar Kleinigkeiten zu Hause zu regeln. Zuallererst die großen potentiellen Show-Stopper: Schulfreistellung von Antonia (das füllt nochmal einen eigenen Thread) und die Freistellung bei den Arbeitgebern. Anke nutzt hier ein noch verbleibendes Jahr Elternzeit und ich nehme unbezahlten Urlaub. Klingt soweit ganz einfach, aber auch nur, weil unsere Arbeitgeber hier sehr entgegenkommend waren, sonst wäre das Ganze deutlich schwieriger geworden. An dieser Stelle also einen großen Dank an beide Unternehmen für die Unterstützung bei unserem Abenteuer!

So, Show-Stopper geklärt. Alles andere lässt sich mit genügend Geld regeln. Aber erstens darf’s gerne günstig sein, und regeln muss es ja dann trotzdem noch jemand. Als erstes also unser Haus. Wie schon berichtet ist es inzwischen vermietet. Besser für das Haus und für unsere Reisekasse. Hier gibt es zum Glück spezialisierte Makleragenturen, mit denen wir sehr schnell einen passenden Zwischenmieter gefunden haben. Bleibt also nur noch Vermieterhaftpflicht, Inventarliste, Bedienungsanleitung fürs Haus, Feuermelder, Verträge prüfen, Besichtigungen, ausräumen, putzen… Aber für über 10.000€ zusätzlich in der Reisekasse nimmt man das Ganze dann doch gerne auf sich.

Und dann kommen noch die vielen tausend kleinen Dinge auf der To-Do-Liste. Alles Kleinkram, aber in Summe dann schon auch eine ganze Menge Arbeit, wie beispielsweise: Die Reisekrankenversicherung (in Europa kein Problem, weltweit gibt es sie auch, länger als acht Wochen wird allerdings schwieriger und teurer, aber natürlich nicht unmöglich), Zweitauto abmelden und einmotten, Blog vorbereiten, Nugget reiseklar machen, Reisepässe aktualisieren, Impfungen, Cloud Account, Kindergarten abmelden … und zuguterletzt noch der Nachsendeantrag (wohin eigentlich, wir sind doch weg? –> Opa Gerhard übernimmt hier… Danke!!!).

Und damit sind wir auch schon am Ende von Phase 6 (jetzt geht’s bald los) angekommen. Alles Wesentliche ist endlich geklärt, und der Rest ergibt sich  irgendwie. Schließlich kann man heutzutage fast alles auch noch online während der Reise klären…

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