Heimaturlaub… Und dann: Start in die Ferne

Die Reise geht weiter, nun locken die fernen Gefilde: Wir sind inzwischen in Kuala Lumpur angekommen. Der Jetlag und das enorm schwüle Klima machen uns noch ein wenig zu schaffen, dennoch haben wir heute einiges von der Stadt gesehen…

… Aber der Reihe nach. In diesem Blog befinden wir uns – darf das überhaupt wahr sein?? – noch in Spanien… Na gut, Grenze zu Frankreich. Die Heimfahrt ist schnell erzählt:

27. Oktober: Frankreich-Tag, der sich auf zwei Highlights beschränkt. In der Nacht sind wir noch bis zu einem schönen herbstlichen Baggersee in der Nähe von Avignon gefahren. Über eine langgezogene Schotterpiste, um am Ziel zu bemerken, dass es andersrum auch eine super Teerstraße gegeben hätte… Wir verbringen den Vormittag am See, die Kinder formen mit Wonne olchiwürdige Matschknödel, absolvieren ihren Mathe-Unterricht, dann geht’s weiter Richtung Alpen. Zweites Highlight: der Decathlon in Chambery, wo es zu unserer Enttäuschung keine Ziphosen für Kinder, aber zumindest einen knallgrünen Wanderrucksack für Valentin gibt – das Handgepäck für den nächsten Teil der Reise… Da der Mont Blanc sich in Wolken hüllt und die See-Fontäne in Genf bereits ausgeschaltet ist, halten wir erst wieder an, nachdem wir schon den halben Genfer See passiert haben. Bei einem Abstecher in die Weinberge genießen wir die abendliche Fernsicht und können dem nicht mehr entfliehen, was sich in Frankreich bereits angekündigt hat: der Herbst ist da, bunt und kalt – und irgendwie krass.

28. Oktober: Noch bis Winterthur sind wir in der Nacht gekommen. Die Standheizung war Gold wert, morgens sehen wir unseren Atem, als wir das Flussufer erkunden, an dem wir übernachtet haben. Erste Attraktion für diesen Tag: Der Rheinfall bei Schaffhausen. Wahrlich eindrucksvoll. Und trotz der Kälte ein Stück weite Welt dank der vielen Inder, Chinesen und anderen Weitgereisten, die den goldenen Schweizer Oktober genießen. Am Bodensee entlang fahren wir nach Konstanz – hier wird es nun durch und durch heimatlich, denn wir sind nicht nur zurück in Good Old Germany, sondern kennen die Stadt recht gut von einem gemeinsamen Radl-Ausflug im Sommer. Mit der Fähre setzen wir über nach Meersburg, und plötzlich werden alle ganz unruhig. „Wann sind wir endlich bei Oma und Opa??“ Das Gegondel durchs Westallgäu zieht sich… Und dann kennt die Wiedersehensfreude keine Grenzen.

Wir bleiben vom 28. Oktober bis zum 3. November in Kempten – denn auch das ist Sabbatical: Ungezwungen Zeit haben für die Menschen, die einem am wichtigsten sind. Die Kinder sehen mit Livia und Arvid, Bruno und Linda endlich mal alle Cousins und Cousinen wieder, lassen gemeinsam Drachen steigen und genießen diverse Spielplätze. Wir Großen quatschen bis in die Puppen, wühlen in alten Familiengeschichten, schmieden neue Pläne, lauschen gebannt Margrets Berichten aus Botswana. Am Dienstagabend gehen Jochen und ich alleine (hatten wir lange nicht!!) in die Sauna, am Donnerstag schließlich noch in einen Vortrag über die Mongolei (man will ja vorbereitet sein, der Experte zeigt sich im Einzelinterview allerdings wenig gesprächig).

Vom 3. bis 5. November sind wir bei den anderen Großeltern in Leipheim. Die enorme Lego-Kiste hat Großeinsatz. Auch hier genießen wir die viele Zeit zum Spielen und Erzählen. Ein wunderschöner Spaziergang führt uns zu einem Wasserkraftwerk und einem Baggersee an der Donau.

Am Nachmittag des 5. November schließlich fallen wir in Gebersheim ein. Wie schön es ist gute Freunde zu haben! Lauter Wiedersehensfeste! Hier sind wir zum Wein eingeladen, dort zum Brunch, am 11. November kochen die besten und tollsten Köche der Welt für uns Martinsgänse. Wir steuern unsererseits einen Tapasabend bei – alles selbst gemacht, wir haben ja Zeit… Aus dem gleichen Grund holen wir die Kita- und Hortkinder mittags ab und freuen uns, dass alle so schön zusammen spielen. Unser Mädchen geht in die Schule als wäre da nie eine Unterbrechung gewesen (und ihr Leistungsstand wird als mindestens angemessen bewertet, puh, erstes Lehrerdiplom bestanden…). Antonias beste Freundinnen feiern am Samstag und Sonntag ihre Kindergeburtstage, und auch ich schaffe es meine beste Freundin in Schwäbisch Hall zu besuchen. Intensiver kann Heimaturlaub kaum sein. Plötzlich ist der 14. November da. Wir holen Toni von der Schule ab (wo sie gerade geherzt und geknuddelt wird), tauschen uns nochmal mit der Klassenlehrerin aus und düsen wieder gen Kempten. Dort wird der Nugget den Winter und das Frühjahr verbringen…

Am 15. November begleiten uns meine Eltern im Zug zum Münchner Flughafen. Im „Airbräu“ werden wir auf ein zünftiges und sehr leckeres Abschiedsessen eingeladen. Nach vielem Küssen, Knuddeln und Winken gilt unsere Aufmerksamkeit schließlich dem Flieger, der uns nach London bringen soll. Die Piloten sind riesig nett und lassen Antonia in ihr Heiligtum, das Cockpit, drücken diverse Knöpfe, so dass alles tutet und blinkt und leihen ihr sogar die Kapitänsmütze aus. Gut gelaunt verfliegt die erste Etappe nach Heathrow im Nu. Die gut elf Stunden nach Kuala Lumpur ziehen sich ganz anders in die Länge – aber immerhin haben wir die Ehre, in einem A 380 zu fliegen…

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